Nutzungsbedingungen für Multicopter

In diesem Artikel bekommt ihr einen kurzen Überblick hinsichtlich bestehender Vorschriften, Gesetzmäßigkeiten und Verbote bei der Nutzung von Multicoptern.

Seit dem 1. Oktober 2017 gelten neue Regeln für das Fliegen von Fluggeräten. Diese wurden eingeführt, um die Flugsicherheit zu gewährleisten. Neu ist, dass ihr einen Kenntnisnachweis vorweisen müsst und eure Copter bei bestimmten Bedingungen der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Ausführliche Informationen erhaltet ihr hier.

Benötige ich einen Führerschein? 

Für Fluggeräte ab 2 kg ist jetzt ein “Drohnen-Führerschein”(Kenntnisnachweis) erforderlich. Hier wird geprüft, ob ihr über ausreichend Kenntnisse zur Navigation der Geräte und über die rechtlichen Grundlagen zur Nutzung verfügt. Hobbypiloten können den Nachweis durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle (online) erwerben. Hier beträgt das Mindestalter 16 Jahre. Wenn ihr in einem Luftsportverein Mitglied seid, könnt ihr dort eine entsprechende Einweisung bekommen. Dies betrifft aber nur Flugmodelle. Das Mindestalter ist hier 14 Jahre. Fliegt ihr auf Modellfluggeländen ist kein Nachweis erforderlich. Mit einer Pilotenlizenz könnt ihr fliegen, was ihr wollt  ;-). Die Bescheinigungen sind für 5 Jahre gültig.

Wann und wie muss ich meine Fluggeräte kennzeichnen?

Es gilt für alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab 250 g eine Kennzeichnungspflicht. Ihr müsst auf eure Fluggeräte eine Plakette mit Name und Anschrift kleben.

Wird eine Aufstiegserlaubnis gebraucht?

Bei einem Startgewicht von unter 5 kg und privater Nutzung braucht ihr keine Aufstiegserlaubnis. Bei gewerblicher Nutzung ist eine Aufstiegsgenehmigung Pflicht, weil ihr damit Einnahmen generiert. Hierzu zählt auch das Einstellen von Videos bei Youtube, sobald ihr Werbung zulasst. Eine entsprechende Genehmigung erhaltet ihr bei den Landesluftfahrtbehörden.

Wo und wie hoch darf ich fliegen?

Für Fluggeräte unter 5 kg besteht ein Betriebsverbot, sobald sie außer Sichtweite sind. Als Faustregel gilt, dass mindestens ein Abstand von 1500 m zu einem Flugplatz oder einer Wohnsiedlung einzuhalten ist. Für das Fliegen im kontrolliertem Luftraum ist eine Sondergenehmigung zwingend notwendig. Über Menschenansammlungen, Kraftwerken, militärischen Objekten, Autobahnen, Unfallstellen, Krankenhäusern etc. sollte ein Mindestabstand von 100 Metern eingehalten werden. Flüge mit einer FPV-Brille sind nur dann erlaubt, wenn sie 30 Meter nicht überschreiten und das Fluggerät nicht schwerer als 250 g ist. Oder es muss eine weitere Person ständig in Sichtweite sein, die den Copter beobachtet und auf Gefahren aufmerksam macht. Hier ist der Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers erlaubt. Die maximale Flughöhe ist durch die neue Drohnen-Verordnung auf 100 Meter begrenzt.

Fotos und Videos aus der Luft

Prinzipiell kann man sagen, das Alles was man mit dem bloßen Augen sieht, auch fotografiert werden darf. Es ist jedoch nicht ganz unbedenklich, wenn andere Menschen auf den Aufnahmen zu sehen sind. Hier können schnell die Persönlichkeitsrechte verletzt werden und es droht riesen Ärger. Ihr seid also immer auf der sicheren Seite, wenn ihr vorher die Beteiligten um Erlaubnis bittet – vor allem, wenn ihr die Aufnahmen veröffentlicht.

Alle in diesem Artikel aufgeführten Informationen dienen der groben Orientierung und sind ohne Gewähr. Änderungen und neue Regelungen gibt es immer wieder!

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